Markus aus Frankfurt

Geh leck

Einen hab ich noch…

„Frankfurter Würstel“ sollen nach „Salzburger Nockerl“ besonders gut schmecken.
Meine Zielsetzung für den Frankfurt-Marathon war anfangs noch realistisch gesetzt, nachdem ich in Salzburg mit 2:54 finishte.

Hmm…die nächsten 42,195km könnte ich doch auf flachem Kurs unter 2:50 packen?! Schon eigentlich – wenn ich genug weitertrainieren hätte können…Hättiwari schlägt zu! Peng!

Durch enorme einseitige Muskelverspannungen musste ich sämtliche Trainingseinheiten humpelnd bewältigen, was zur Folge hatte, dass ich dabei nicht nur als Akteur bei Monty Pythons „Ministry of Silly Walks“ glatt durchgegangen wäre, sondern auch wichtige lange Ausdauerläufe (sprich 30km+) streichen musste. Summa summarum waren es in der Vorbereitungszeit nur zwei 30 km-Einheiten. In der Kürze liegt zugegebenermaßen nicht immer die Würze.
Die flache Streckenführung durch Frankfurt hat meine Hoffnung, mein persönliches Ziel zu erreichen, dennoch stets aufrechterhalten. Manno, war ich damals jung und naiv. 😉

Morgens halb zehn in Deutschland…
Es ist schon knallhart, wenn man sich fragt, was einen dazu treibt, am österreichischen Naionalfeiertag einen Marathon in Deutschland zu laufen?! Erwartet euch bloß keine vernünftige Antwort!
Der Startschuss fiel pünktlich um 10 Uhr…20 Minuten später auch meine Nerven, nachdem ich bemerkt habe, dass meine GPS-Uhr bei der 5km Tafel mehr als 800m voraus war. Die folgenden Kilometer wurden (wenn auch versetzt) richtig erfasst.
Bis zur Halbmarathondistanz konnte ich mein Tempo gut halten, bis ich nach und nach von Rückenschmerzen gequält wurde. Ich konnte die Kraft nicht mehr wie erwünscht umsetzen und verlor massiv an Tempo.
Den Willen zu Kämpfen hatte ich nicht – zum Aufgeben aber auch nicht. Aufgeben kann man einen Brief. Ich lief also ein gemächliches Tempo weiter und dachte an die vielen schönen sportlichen Momente die ich heuer schon erleben durfte. Sei es der Landesmeistertitel im Team in Salzburg oder die generell schnellste Staffel mit Papa in der Wachau. All diese Ereignisse begleiteten mich in Form von Kopfkino durch die stimmungsgeladenen Sraßen von Frankfurt und ließen meine Rückenschmerzen vergessen. Als ich bei Kilometer 39 realiserte, dass sich die 3 Stunden-Marke nicht ausgehen wird, drückte ich dann doch nochmals an. Einer geht noch! Ein Marathon unter 3 Stunden sollte es dann doch noch werden. In der bombastischen Festhalle angekommen lief ich mit einer Zeit von 2.59:43 durch das Ziel.

Ziel-Disco

Gratulation an Paps, der seine persönliche Bestzeit nochmals verbessern konnte!! A Wauhnsinn 😀

Jetzt ist erstmals wieder Regeneration angesagt. Fixe Pläne gibt’s für das nächste Jahr mit Ausnahme von „Wings for Life Run“ noch nicht.
Die Freude am Laufen – auch wenn es während wichtiger Vorbereitungen zwickt und zwackt- nie verlieren. Klingt natürlich abgedroschen, aber diesmal hab ich es selber wieder erlebt. Zum Schluss macht es sich dann doch bezahlt, wenn auf der Zielgerade alle erdenklich großartigen Emotionen durch die Adern pulsieren, die Besucher dir zujubeln und du dein Bestes gegeben hast…ja …spätestens dann weiß ich was mich am österreichischen Nationalfeiertag dazu treibt einen Marathon in Deutschland zu laufen.

Keep on running (!),
euer Markus