Dirndltal Extrem Ultramarathon

Samstag, 28. Juli 2012:

Unsere Staffel: Die Schnepfe und die Rennsteigprinzen

1. Etappe: Andrea Kürzel (LCU) Ober-Grafendorf bis Kirchberg-Luft (Start bis Labe 2): 23 km – 900 Hm
2. Etappe: Johann Gram (LCU) Kirchberg-Luft bis Frankenfels-Ortsmitte (Labe 2 bis Labe 4): 25 km – 1.100 Hm
3. Etappe: Markus Tinkhauser (Ossarn) Frankenfels-Ortsmitte bis Tradigist (Labe 4 bis Labe 8): 35,5 km – 2.050 Hm
4. Etappe: Roland Kürzel (LCU) Tradigist bis Ober-Grafendorf (Labe 8 bis Ziel): 27,5 km – 950 Hm

Das Rennen aus der Sicht von Andrea:

Mein zweiter Staffelbewerb nach dem Mozart 100 im Juni in Salzburg.

Meine Vorbereitung war wirklich gut. Aufbauend auf unser Trainingslager Ende Februar in Fuerteventura konnte ich ein paar gute Leistungen abliefern:
Thüringen – Ostdeutschland: 17.5.12 Rennsteiglauf – Nordic Walking 36,6 km, 800 hm in 6 Stunden und 23 Minuten Salzburg: 30.6.12 Mozart 100 – Staffel (2. Etappe: Hof – Salzburg, 16 km, über Stock und Stein und Salzburger Innenstadt) 2 Stunden 45 Minuten
Ochsenburg: 8.7.12 Ochsenburger Berglauf (NW 3. Platz w)

Da machte dann auch das Training richtigen Spaß und ich war voll motiviert. Je näher der Bewerb aber kam, desto mulmiger wurde mir. 23 km und 900 Höhenmeter – das soll ich wirklich schaffen? Und dann noch in einer Staffel, wo man ja nicht nur Verantwortung für sich alleine hat??
Ich hab meine Strecke beim ersten Mal von Dietmannsdorf bis Kirchberg/Luft in 4 Stunden 3 Minuten und von Obergrafendorf bis Dietmannsdorf in 38 Minuten absolviert. Beim ersten Mal bei brütender Hitze (wie dann auch später im Rennen), beim zweiten Mal unter „normalen“ Bedingungen. Also hab ich mir unter besten Voraussetzungen eine Zeit von 4 Stunden 30 Minuten eingeplant.

Samstag 28.7.: 4:00 morgens Tagwache, 5:00 Abfahrt nach Obergrafendorf. Schon um 5:00 Uhr früh über 20 Grad und es wurde noch heißer.
Beim Start um 6:00 optimalste Bedingungen, herrliche Stimmung am Start: auf gehts !!!
Es lief bei mir wie am Schnürchen, trotzdem brauchte ich für den ersten ganz flachen Teil 37 Minuten. Also mußte ich noch ordentlich Zeit gut machen! Das ist mir dann auch super gelungen, denn in Hofstetten bei Labe 1 ich war ich dann in insgesamt 1 Stunde und 32 Minuten! Dann gings „sanft“ bergauf – meine Paradedisziplin.
Als ich zur Wetterlucke kam war es schon brütend heiß – und es ging wirklich steil bergauf. Meine Oberschenkel wollten stehen bleiben – ich aber nicht!! Also weiter bis zur Luft, hab diese wirklich toll geschafft.
Von meinem Training her wußte ich, daß ich es jetzt bald geschafft habe. Von meiner Zeit her konnte das aber nicht sein, denn ich hatte noch nicht einmal 4 Stunden auf meiner Laufuhr – da stimmt doch was nicht, dachte ich.
Und dann – ein tolles Glücksgefühl: ein paar Meter vor mir steht mein Mann und schreit: “ Wahnsinn – Du hast es gleich geschafft“ startet los, um unseren 2. Staffelläufer zu informieren, daß er gleich starten muß. Also war das doch kein Irrtum: ich habe dieselbe Strecke, für die ich Training 4 Stunden 41 Minuten gebraucht habe, im Wettbewerb in 3 Stunden und 55 Minuten geschafft!!! Ich glaube, ihr könnt euch meinen Adrenalinschub vorstellen!
Der nächste Glücksmoment: die Staffelübergabe an unseren 2. Läufer, dem Johann Gram (ebenfalls LCU)!!! Ich bin ihm lachend, weinend und jauchzend um den Hals gefallen. Er war völlig überrascht, den er hatte damit gerechnet, noch 40 Minuten Zeit zu haben.
Nochmal zur Strecke: ich hab einen selbst für eine Frau miserablen Orientierungssinn und hatte wirklich keine Probleme, die Streckenmarkierungen zu finden. Gute Organisation, toll ausgerüstete Labstellen, selbst ich als letzte, die dort ankam, fand noch das volle Angebot an Müsliriegeln, Obst, Iso, Gels und Wasser vor.
Ein wirklich einmaliges Erlebnis, eine tolle Strecke, die man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann und das schönste am Schluß: ein gemeinsames Staffel-Erfolgserlebnis, an dem ich voller Stolz teilhaben konnte.

Herzliche Gratulation auch auf diesem Weg an meine Mitstreiter in der Staffel, herzlichen Dank, daß ich dabei sein durfte!!

Das Rennen aus der Sicht von Roland:

Meine Aufgabe heute war vorrangig die Logistik: ich kutschierte die Läufer zu ihren jeweiligen Start- bzw. Zielorten und erst ganz spät am Abend durfte ich mir auch mal die Füße vertreten 😉

Die Leistung meiner Staffelpartner war grandios: alle hatten mit der Hitze zu kämpfen, sowohl Hans auf den heißen Asphaltstücken als auch insbesondere Markus, der auf dem brutalsten Abschnitt (Eisenstein, Hohenstein in der Mittagshitze) bis zum Umfallen kämpfte.
Gerade auf diesem Abschnitt klagten fast alle über Krämpfe oder Kreislaufprobleme.
Bis Frankenfels waren wir noch auf dem letzten Platz, irgendwie hat es Markus geschafft, eine Staffel zu überholen.

Um 18:00 Uhr kam (endlich) die erhoffte Abkühlung mit starkem Regen begleitet von Sturm und leichtem Gewitter. Als ich um 18:15 Uhr starten konnte, war ich überglücklich – MEIN WETTER !!!
Voller Elan lief ich über den Morigraben und konnte bereits nach 4 km die 2.-schnellste Frau (Timea Bontovics aus Budapest) überholen. Vor der Labestation auf der Geiseben schnappte ich mir noch einen weiteren Läufer.

Da ich mit Trinkrucksack lief, brauchte ich bei den Stationen nur zum Entwerten der Kontrollkarte bremsen, ein Becher ISO und weiter ging die wilde Jagd.

Der Aufstieg auf den Kaiserkogel war aufgrund des Regens sehr, sehr rutschig! Mit vollem Risiko ging es weiter, eine gegnerische Staffel war in Sicht. Leider nicht wie erhofft ein Mitglied einer mixed-Staffel, trotzdem überholt 😉
Insgeheim war ich ja auf der Verfolgung der „Pottenbrunner-Staffel“. Die Hoffnung wurde mir aber bei der letzten Verpflegungsstation auf dem Schindleck zerstört: Helmut Meixner war 48 Minuten vor mir!

Egal, jetzt geht’s nur noch um eine gute Zeit für mich; in Weinburg konnte ich noch die fantastisch laufende Sonja Gegenbauer (Siegerin bei den Frauen) überholen und mit einer

Zeit von 2 Std. 53 min. meinen Abschnitt absolvieren (geplant waren 3 Std. 30 Min). Danke an den Wettergott 😉