12. und letzter Pielachtaler Erlebnislauf …

… oder „that’s the reason why“

Hallo Ihr Lieben!

Jetzt kann ich’s Euch ja sagen: die Teilnahme am Pielachtaler Erlebnislauf war der Grund für mein Lauftraining!

Mein Mann hat mich nämlich Anfang Mai dafür angemeldet weil er „der letzte ist und Du ihn dann nicht mehr machen kannst!“ Na, wenn das kein Grund dafür ist, als Laufanfängerin quasi aus dem Stand plötzlich 22,7 Kilometer zu laufen.

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Und weil das so natürlich nicht geht, hab ich mich mit einem Trainingsplan darauf vorbereitet, den ich konsequent und mit Begeisterung durchgezogen habe.

Leider hat mir dann 2 1/2 Wochen vor dem Start mein linkes Knie einen Strich durch die Trainingsplan-Rechnung gemacht. Nach einem – wirklich gut gemeisterten – Intervall-Bahntraining hab ich wieder einen Erguß im Knie bekommen. Das war’s dann mit dem Lauftraining, denn es gab erstmal Laufverbot. Am Tag vor dem Lauf wurden dann beide Knie neu getaped und alles war super gut.

Ehrlich, Freunde: ich war so was von nervös!!! Allein die vielen Entscheidungen, die ich treffen mußte: Stirnband oder Kapperl, dieses oder jenes. Am Start ist dann eh alles wurscht. Der Startschuß fällt und man läuft los. Nochmal richtig betont: LÄUFT los und nicht walkt los!!

Das Gefühl kann ich Euch gar nicht wirklich beschreiben, ich hab jetzt beim Tippen dieses Berichtes immer noch Gänsehaut davon.

Bei herrlichem Kaiserwetter – das dann aber sogar für meine Begriffe viel zu heiß war – setzten sich alle von Kirchberg aus in Bewegung Richtung Obergrafendorf. Wer diesen Lauf noch nie gemacht hat, wird das wohl ewig bereuen. So was schönes gibt es nicht oft. Eine herrlich flache Strecke, bis auf ein paar Hundert Meter bergauf und dann wirklich hund ig steil und mit Wurzeln und allem, aber auch mit einem Geländer zum Anhalten, bergab.
Sonst nur Asphalt, flach und Radlweg. Läuferherz, was willst Du mehr!!!

An jeder Labstelle hab ich ordentlich zugelangt, mir Iso rein und Wasser auf den Kopf geschüttet und mir Bananen in den Mund gestopft. Das hab ich wirklich gebraucht und ich bin auch dabei stehen geblieben, sonst hätte ich den Lauf nie durchgestanden.

Welche Freude: auf dem wunderschönen Radweg fährt auf einmal plötzlich meine Pepperl neben mir!! JUHU!!
Eine kurze Strecke hat sie mich begleitet, mich auf den neuesten Stand gebracht und ist dann wieder weiter gefahren.

Bis Kilometer 13 war alles perfekt. Dann hab ich gemerkt, daß mir durch meinen Erguß im Knie 2 lange Trainingseinheiten gefehlt haben . Und noch was Schlimmes ist passiert: durch das viele Wasser hat sich mein Tapeverband vom linken Knie abgelöst und ist runtergefallen!! 2 Kilometer später auch der vom rechten Knie, was mich weniger gestört hat. So mußte ich leider die restlichen 10 Kilometer ohne Stütze fürs Knie laufen.

Wider Erwarten war aber alles paletti. Ich bin zwar merklich immer müder geworden, aber ich hab mich gut eingestellt und mich über jeden absolvierten Kilometer gefreut wie ein Schneekönig.

Und dann – ihr ahnt es bereits – hat bei KM 19 mein Mann auf mich gewartet und ist mit mir die letzten 4 Kilometer ins Ziel gelaufen.

Jetzt war die Sache schon richtig zäh für mich und ich hab trotz aller Freude das Ziel schon herbeigesehnt. Die schlimmste Strecke waren für mich von KM 20 bis 22, bis ich dann endlich auf der Zielgeraden Richtung ESV-Heim war. Ich dachte, ich krieg keinen Fuß mehr vor den anderen.

Plötzlich höre ich den Hagl-Mini: „Andrea!!! Attacke!!“ Und ich fang schon wieder zum Weinen an. Stellt Euch vor: alle unsere Lauffreunde standen da, haben auf mich gewartet, mich angefeuert und mir applaudiert, und natürlich – meine Pepperl, die mich ganz fest umarmt und gedrückt hat. Es hat ne Weile gedauert, bis mein Mann mich in den Arm nehmen und mir auch gratulieren konnte!!

Aus ganzem Herzen: vielen vielen Dank an Alle, die da gestanden sind und mir applaudiert und mich umarmt haben. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wieviel mir das bedeutet! Ich hab auf der Zielgeraden vor Freude geweint – so was kann einem niemand mehr nehmen.

Einziger Wermutstropfen: Mein Knie hat das Abenteuer doch nicht so gut überstanden, wie ich gehofft hatte. Beim Laufen und auch noch die ersten Stunden nach dem Bewerb war überhaupt nix. Am Abend ist es dann wieder angeschwollen und mein Erguß ist derzeit schlimmer als vorher! Das war’s jetzt erst mal wieder mit dem Laufen. Aber jetzt hab ich eh ein wenig Zeit bis zum nächsten Projekt, dem 10-KM-Frauenlauf Ende August am Ratzersdorfer See. Jetzt heißt es Bein Hochlagern, Topfenumschläge, kalt auflegen, neuer Tapeverband. Auf geht’s!!

auf der Strecke

im Ziel_1
Ganz liebe Grüße an Euch Alle

Andrea