IRONMAN 70.3 St.Pölten 2016

22. Mai 2016, 4:20 Uhr…los geht`s !

Der Tag an dem meine bis dato größte sportliche Herausforderung ansteht beginnt.

Um 5:15 Uhr bin ich schon vor der Wechselzone bei der sich hunderte Gleichgesinnte tummeln. Endlich 5:30 Uhr ! Wir dürfen zu den Rädern. Trinkflaschen füllen, Reifen aufpumpen, die Laufwege in der Wechselzone einprägen. Nochmal ein Blick in die Wechselsäcke. Schauen ob alles passt. Nur kein Stress..ab geht’s zum Viehofner See wo der Schwimmstart heuer zum ersten Mal als sogenannter „Rolling Start“ ausgetragen wird.

Ich reihe mich bei einer geschätzten Schwimmzeit von ca. 40 Minuten ein. Noch ca. 30 Minuten bis ich ins Wasser darf. Lagsam nähere ich mich der Startlinie und ab geht es in den 16° Grad kühlen Viehofner See auf dem sich die Morgensonne spiegelt. Eigentlich schade dass ich gerade heute keine Zeit habe, diesen wunderbare Stimmung am See zu genießen*grins*.  Ca. 20 Minuten später hab ich den ersten See hinter mir und ab geht’s über den „Triathlonsteg“ zum nächsten See. Ab der Hälfte des Ratzersdorfer Sees verkrampfen sich plötzlich, vermutlich aufgrund der doch etwas frischen Wassertemperaturen die Finger meiner rechten Hand zum „Hang Loose“ Zeichen, was mir das Schwimmen bis zum Ausstieg nicht gerade erleichtert.

SWIM 45:47 Min.

Neopren runter, Helm auf, Radschuhe an und raus auf die Radstrecke…

Rauf auf die S33, Kopf runter und ab geht’s in Aeroposition. Es macht Spaß und schön langsam überhole ich wieder einige Konkurrenten. Nach ca. 40 Minuten heisst es runter von der Autobahn zur Anfahrt erster Anstieg nach Krustetten. Wieder kann ich einige Plätze gutmachen bevor es zum „Krustetten Downhill“ kommt.

In Mautern angekommen vergönne ich mir die ersten Ernergyriegel und Gels. Bis St.Pölten sollten es dann noch einige werden.

Faisal, Sonja, Sandra und wie sie alles heissen rauschen auf ihren Carbonbikes an mir vorbei und ich versuche so gut es geht dran zu bleiben. All die bekannten Heurigenorte an der Donau lasse ich hinter mir und nach ca. 2 Stunden auf dem Rad komme ich zum gefürchteten Anstieg nach Gansbach. Schnell noch ein Gel reinsaugen, ein Schluck aus der Flasche und auf geht`s. 20 Minuten später bin ich oben. Zweite Labestation und es geht weiter durch den Dunkelsteinerwald in Richtung Weyersdorf und dann nach Obritzberg. Nochmal ein kurzes Stück bergauf, ein kurzer Krampf im rechten Oberschenkel meldet sich und dann kann ich St.Pölten schon in der Ferne sehen. LOS !! WEITER TRETEN !! Dann kurz vor der Wechselzone Beine hoch und im Kopf schon aufs Laufen vorbereiten.

BIKE 3:15 Std.

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Etwas in der Bewegung gehindert versuche ich zum Plastisackerl mit den Laufschuhen zu „laufen“(ist wohl eher ein humpeln) und es beginnt der letzte Abschnitt. Eigentlich der Teil auf den ich mich am meisten gefreut hab, der mir aber an diesem Tag wohl am schlechtesten gelungen ist. Ab Kilometer 8 plagen mich immer wieder kurze aber heftige Wadenkrämpfe die mich zwar nicht zum stehen bleiben aber doch zum langsamer laufen zwingen. Da die Sonne an diesem Tag auch scheint als gäbs kein morgen wird die Sache noch zäher. Auf der zweiten Laufrunde plündere ich alle Labestationen, bleibe einige male kurz stehen um zu dehnen und als ich merke dass ich die sub 6 Stunden nicht mehr schaffen werde, konzetriere ich mich aufs Durchkommen. Die Finishline kommt näher. Lautstarke Anfeuerungsrufe von LCU KollegInnen beflügeln mich kurzfristig zu einem „Zielsprint“ *grins*.  Sonnenbrille runter, lächeln und über die Ziellinie !

Geschafft !    I did it !

Die Emotionen überkommen mich. Erschöpft und glücklich falle ich Uschi und Alexander um den Hals !

RUN 2:05:04 Std.

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TOTAL 6:16:35 Std. (inlusive Wechselzeiten)

Gesamt: Platz 1494, M45-49: Platz 216

DANKE an meine Familie für die Unterstützung im Training und an alle die mich auf der Strecke und besonders bei der LCU Labestation lautstark angefeuert haben.

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